Eine kleine Geschichtsstunde …

Das Haus Sigmund-Haffner-Gasse 12 / Universitätsplatz 19 zählt zu den historisch bedeutendsten Gebäuden der Salzburger Altstadt und steht unter Denkmalschutz. Sein baulicher Kern reicht in das erste Viertel des 16. Jahrhunderts zurück, während die heutige Fassadengestaltung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt. Ursprünglich bestand der Bau aus zwei getrennten Häusern, die spätestens im 
15. Jahrhundert vereinigt wurden.

Bereits 1347 sind zwei eigenständige Häuser urkundlich belegt. 
Im frühen 15. Jahrhundert gelangten sie in den Besitz der Kaufmannsfamilie Elsenheimer, die das Anwesen bis zum Ende des 16. Jahrhunderts prägte. Mitglieder dieser einflussreichen Familie bekleideten wichtige städtische Ämter, waren wohlhabend und standen zugleich immer wieder im Mittelpunkt rechtlicher Auseinandersetzungen. In diese Zeit fällt vermutlich auch die Errichtung des bis heute erhaltenen Arkadenhofes, der zu den qualitätsvollsten seiner Art in Salzburg zählt.

Im 17. Jahrhundert ging das Haus an Thomas Perger von Emslieb, einen hochrangigen Hofbeamten, und blieb anschließend im Besitz der Familie von Grimming, weshalb es lange als Pergerbehausung bzw. Baron-Grimming-Haus bekannt war. Weitere Eigentümer im 18. Jahrhundert waren unter anderem die Familien Robinig und Steinhauser.

Besondere kulturhistorische Bedeutung erlangte das Haus um 1801, als Maria Anna „Nannerl“ Mozart, die Schwester Wolfgang Amadeus Mozarts, hier bis zu ihrem Tod 1829 lebte und Klavierunterricht gab. Eine Gedenktafel erinnert daran. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude vor allem als Kaffeehaus genutzt und entwickelte sich zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt.

Nach umfangreichen Umbauten um 1907 ging das Haus in den Besitz der Zipfer Brauerei über und wurde als „Zipfer Bierhaus“ bekannt. Nach wechselnden Nutzungen im 20. Jahrhundert erfolgte 1991/92 eine Generalsanierung, die den historischen Charakter bewahrte. Heute steht das Gebäude exemplarisch für die vielschichtige Bau-, Sozial- und Kulturgeschichte der Salzburger Altstadt.

Ab 2026 übernimmt die Familie Hohensinn und die großartige Mannschaft das am Ritzerbogen gelegene Haus unter dem Namen „Ritzerwirt“ und wird die jahrhundertealte Tradition des Gebäudes mit Respekt und Verantwortungsbewusstsein ehrenvoll fortführen.